Erdwärme macht unabhängig

geschrieben am 23. Januar 2009; Autor: juliane 
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In Zeiten des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine, in denen keiner weiß, ob und wie lange das Gas fließen wird und in Zeiten schwindender Ölreserven sowie steigender Preise, gibt es einen Ausweg: Erdwärme.

Erdwärme macht unabhängig. Unabhängig von Gas und Öl und auch von Elektroheizungen. Jeden Tag werden es mehr, die unabhängig sein wollen. Im Speckgürtel von München, genauer in den Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim entsteht daher das erste “interkommunale Geothermie-Projekt”. Die Bewohner der drei Gemeinden können die Bauarbeiten daheim am Computer verfolgen: mit ständig aktualisierten Bildern im Internet.

Experten sind sich einig. Mit der Nutzung von Erdwärme ist eine Energiewende möglich. Unter der Erde liegen Millionen Liter heißes Wasser und damit millionenfach ungenutzte Energie. Ungünstig ist allerdings, dass die Bohrungen sehr teuer sind. Für die drei bayrischen Gemeinden fallen hier Kosten in Höhe von elf Millionen Euro an. Dafür haben sie zusammengelegt. Damit in Zukunft bis zu 6000 Gebäude mit Erdwärme versorgt werden können.

Um den Selbstversorgerstatus zu komplettieren, wird außerdem ein Biomasse-Kraftwerk gebaut und für den Winter ein Ölbrenner. Jeder Haushalt zahlt für den Anschluss mehr als 7000 Euro. Die Planer gehen davon aus, dass sich die Investitionen von insgesamt geschätzten 80 bis 100 Millionen Euro bis zum Jahr 2020 auszahlen werden und das Projekt schwarze Zahlen schreiben wird.

Positiver Nebeneffekt der Kostensenkung für die Einwohner ist der Aspekt, dass eine Erdwärmeversorgung auch zum Klimaschutz beiträgt. Denn der wird in Bayern schon seit einiger Zeit groß geschrieben. So verwundert es denn auch nicht, dass mancher auch seine recht neue Öl- oder Gasheizung gegen eine Erdwärmeheizung austauschen lässt. Pro Jahr kann ein einzelner Haushalt mit Erdwärme soviel CO2 einsparen, wie eine Autofahrt von München nach Sydney ausstoßen würde. Das macht etwa drei bis vier Tonnen aus. Wohlgemerkt pro Haushalt.

Inzwischen interessieren sich nicht mehr nur einzelne Gemeinden oder Städte für Erdwärme, auch die großen Energieversorger sind hellhörig geworden. Sie haben das wirtschaftliche Potential erkannt, das in Erdwärme schlummert. Sie wollten sich am bayrischen Projekt beteiligen - doch die Gemeinden sagten ab, weil sie ihren Preis selbst bestimmen wollen.

Die Gewinne aus dem Projekt kommen den Gemeinden zugute. Sie zahlen weniger für die Energie und es fließt Geld in Kindergärten, Schulen und andere Gemeinschaftseinrichtungen. Und das Projekt macht Schule: Mehr als 140 Anträge auf Erdwärmeerschließung hat das bayrische Wirtschaftsministerium bereits zur Vorlage.


Kommentare

3 Responses to “Erdwärme macht unabhängig”

  1. Herbert Krause am 1. Februar 2009 18:06

    Guten Tag,

    bitte teilen Sie mir mit, welche Fabrikate der Luft/Wasser-WP eine hohe Jahresarbeitszahl von ca. 3,6 erreichen.
    Welche Empfehlungen hätten Sie, falls ich mich trotz höherer Kosten doch für eine Erd/Wasser-WP entscheiden sollte.

    Mit freundlichen Grüßen
    H.Krause

  2. Stefan am 3. Februar 2009 18:32

    Hallo liebe Leser,

    da wir hier nicht auf jeden Kommentar zeitnah antworten können würde ich Sie bitte bei Fragen unser Beratungsformular zu benutzen. Wir beraten Sie dann gerne zu einzelnen Wärmepumpenmodellen und Hersteller.

    >> zur Wärmepumpen-Beratung

    vielen Dank

  3. Andreas am 2. März 2009 15:57

    das die Gewinne sozialen Einrichtungen zugute kommen finde ich sehr gut

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