Computersoftware zur energetischen Bauplanung
Der neue Gebäudeplanungsdienst simCO2 ermöglicht die Zeichnung und energetische Optimierung jedes beliebigen Gebäudes. Hiebei können reale Bauprodukte ausgewählt und dann in den Entwurf eingebunden werden. Zudem werden die Bau- und Energiekosten des Bauvorhabens berechnet. Für die Benutzung der Software muss man nicht Architekt sein. Sie ist auch für Laien ohne besondere Fachkenntnisse möglich. Darüber hinaus informiert die Internetplattform über Themen des Bauens.
Besonderen Fokus setzt die Seite auf die energetische Optimierung des Entwurf. Sie gibt Informationen zu den neuen Energiesparverordnungen, Wärmeschutz oder Solarheizungen und darüber, worauf man bei all dem achten muss. Alle Fragen können in Foren diskutiert werden.
Das Programm hilft bei wichtigen Entscheidungen, beispielsweise der Auswahl passender Bauelemente und es kalkuliert sowohl die Bau- als auch die Energiekosten.
Das 3D-Modell des Vorhabens wird online erstellt und ist damit immer auf dem neuesten Stand. Eine Installation auf dem heimischen PC ist nicht notwendig. Wenn das Modell umgesetzt werden soll, besteht über die Internetseite direkt die Möglichkeit, Kontakt zu Architekten aufzunehmen.
Experten haben außerdem die Möglichkeit, zusätzliche Funktionen zu nutzen, wie etwa den Export des Energiepasses, eine umfangreiche Auswertung des Entwurfes oder die Weiterverarbeitung des Modells in Architeturprogrammen.
Hinter simCO2 stehen drei Existenzgründer, alles Würzburger Absolventen aus den Bereichen Architektur, Wirtschaftsinformatik und Informatik. Die Seite wurde bereits mit dem Exist Stipendium vom Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie ausgezeichnet.
Studie belegt: Wärmepumpen sparen Primärenergie und senken CO2-Emissionen
Durch die weiter zunehmende Zahl von Wärmepumpen in der Gebäudeheizung wird in Zukunft mehr Primärenergie gespart und die CO2-Emissionen werden reduziert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie mit dem Namen „Energiewirtschaftliche Bewertung der Wärmepumpe in der Gebäudeheizung“ unter der Leitung von Ulrich Wagner vom Lehrstuhl für Energiewirtschaft und Anwendungstechnik (IfE) von der TU München, die gerade in Berlin vorgestellt wurde. Anlässlich der „Aktionswochen Wärmepumpe“, in denen vom 25. April bis zum 10. Mai dieses Jahres bundesweit mehr als 1500 lokale Informations- und Erlebnisveranstaltungen über alles Wissenswerte rund um die Wärmepumpe informiert wird, wird mit der Studie eindeutig die ökologische Relevanz der Wärmepumpentechnik belegt.
Der Boom der Wärmepumpen hält an. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der verkauften Heizungswärmepumpen in Deutschland auf rund 62.500. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung des Absatzes um mehr als 33 Prozent. Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) Paul Wanig erklärte hierzu, dass die Wirtschaftlichkeit, die Unabhängigkeit von Rohstoffimporten, die Zukunftsfähigkeit sowie der Umweltnutzen immer mehr Kunden überzeugen würden.
Die Studie von Wagner untersuchte die Auswirkungen des verstärkten Einsatzes von Wärmepumpen. Dabei ging es um die Frage, ob die Technik, die Technik, die für die Nutzbarmachung der regenerativen Energien nötig ist, tatsächlich wirtschaftlich und den Anforderungen des Umweltschutzes gegenüber zukunftsweisend ist. Hierfür wurden der Primärenergieeinsatz und die CO2-Emissionen von Wärmepumpen mit Gas- und Öl-Brennwertheizungen verglichen mit denen älterer Ölkessel. Dies geschah jeweils mit dem Strommix von 2008 und 2030. Grundlegend für den Vergleich ist die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe. Dies ist das Maß für die Effizienz. Darüber hinaus wurden die Auswirkungen der weiteren Zunahme an Wärmepumpen auf den Kraftwerksbestand untersucht.
Schon heute mit dem vorhandenen Strommix spart die Wärmepumpe Energie, ab einer JAZ von 4,5 benötigt sie weniger als die Hälfte dessen, was ein hocheffizienter Gas-Brennwertkessel verbraucht. Zudem ist die Wärmepumpe nicht von einem einzigen Energieträger abhängig und damit unabhängig von spezifischen Energieimporten.
In der Zukunft wird dieser Vergleich noch viel günstiger ausfallen. Der Grund hierfür sind die energiesparendere Stromerzeugung mittels effizienterer Kraftwerke sowie ein deutlich höherer Anteil an Erneuerbaren Energien. Bereits jetzt haben Wärmepumpen eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren. Im Jahr 2030 werden schon Wärmepumpen mit einer JAZ von 1,8 besser abschneiden als die effizientesten fossilen Heizungsystemen. Rund 50 Prozent Primärenergie lassen sich mit einer JAZ von 3,5 einsparen. Geht man also von der prognostizierten einen Million Wärmepumpen im Jahr 2030 aus, würde Deutschland jährlich 9,49 Twh Primärenergie sparen.
Auch die CO2-Emissionen werden im Jahr 2030 um rund 2,3 Millionen Tonnen zurückgehen.
Im Jahr 2020 wahrscheinlich 13 Prozent erneuerbare Energien
Im Rahmen der Hannover-Messe 2009 veröffentlichte der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) das Ergebnis einer Studie zur Technik von erneuerbaren Energien. Demnach könnten die Hersteller von Technik für erneuerbare Energien im Jahr 2020 mit einem Umsatz von rund 35,6 Milliarden Euro rechnen. Diese Summe entspricht einem Weltmarktanteil von 13 Prozent.
Im Jahr 2008 hatte die Europäische Union die politische Vorgabe gemacht, den Treibhausgas-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu senken. Die Studie bewegt sich dementsprechend in die richtige Richtung. Die bis zum Ergebnis noch fehlenden sieben Prozent könnten mit Innovationen im technischen Bereich erreicht werden. Hierbei soll Deutschland 18 Prozent erreichen, weil der Anteil an erneuerbaren Energien 2005 bereits bei 5,8 Prozent lag.
Innerhalb der Europäischen Union spielen die Erneuerbaren Energien von Land zu Land verschieden wichtige Rollen. Schweden kam nach Angaben der Kommission im Jahr 2005 bereits auf einen Anteil von 39 Prozent. Großbritannien hingegen konnte nur 1,3 Prozent vorweisen. Da zählen Österreich mir seinen 23 Prozent und Deutschland bereits zu den Spitzenreitern. Das absolute Vorbild ist jedoch Norwegen. Hier werden 99 Prozent des Strombedarfes aus Wasserkraftwerken bezogen.
Sollte das Ziel von 20 Prozent bis 2020 erreicht werden, könnte man mit Sonne, Wind, Wasserkraft, Biomasse und Erdwärme rund 600 bis 900 Tonnen CO2 einsparen. Im Jahr 2002 wurden im Vergleich dazu in den zu der Zeit noch 15 EU-Staaten mehr als vier Milliarden Tonnen CO2 ausgestoßen.
Kostenfreie Standortanalyse zur Erdwärmenutzung in Thüringen
Laut Angaben des Bundesverbandes Geothermie ist die weltweite Nutzung der oberflächennahen Geothermie in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. In Thüringen können Nutzungsinteressierte künftig im Internet eine kostenfreie Standortanalyse für die Nutzung von Erdwärme in ihrem Gebiet abrufen.
Eine Sprecherin des Umweltministeriums teilte mit, dass die Landesanstalt für Umwelt und Geologie jetzt ein entsprechendes Angebot auf ihrer Internetseite bereitgestellt habe. Hier könne der Nutzer seine Adresse eingeben und das Programm würde prüfen, ob oberflächennahe Geothermie bis 100 Meter Tiefe genutzt werden könne.
Schon im Jahr 2005 nutzten 71 Länder Erdwärme. Damals lag Deutschland an zehnter Stelle. Spitzenreiter der Geothermie-Nutzung waren vor vier Jahren die USA, Schweden, China, Island sowie die Türkei. Hierzulande ist besonders das Norddeutsche Becken, der Oberrheingraben und das Molassebecken in Bayern für die Nutzung von Erdwärme geeignet. Insgesamt 26 geothermische Heizwerke und Wärmeversorgungen mit hydrothermaler Geothermie waren 2005 bundesweit in Betrieb.
Bereits die Erdwärme, die permanent ins Weltall abgestrahlt wird, entspricht wissenschaftlichen Untersuchungen nach mehr als 2,5-Fachen des Energiebedarfs der Menschen auf der Erde. Für den kompletten Energieinhalt der Erde werden 1011 Terrawattjahre angenommen.
Finanzkrise? Nicht bei den erneuerbaren Energien
Des einen Leid, des anderen Freud. Während allerorts die Industrie ächzt und stöhnt und Personal abbauen muss, gibt es Branchen, die auch jetzt boomen. Dazu gehören vor allem Unternehmen, die sich dem nachhaltigen Bauen und Sanieren verschrieben haben oder Energie aus erneuerbaren Ressourcen gewinnen.
So konnte beispielsweise der Photovoltaik-Anbieter Phoenix Solar verkünden, dass 2008 für das Unternehmen ein Rekordjahr gewesen ist. Zwar rechnet die Geschäftsleitung mit leichten Rückgängen im ersten und eventuell auch zweiten Quartal 2009, doch spätestens ab dem dritten Quartal geht sie wieder von kräftigen Gewinnen aus.
Damit bestätigte das bayrische Unternehmen seine Prognose, die es im Januar abgegeben hatte. Im Jahr 2008 konnte die Firma das bisher beste Geschäftsjahr seit Gründung verbuchen. Gewinnsteigerungen um bis zu 55 Prozent wurden errechnet und das trotz eines schwachen vierten Quartals.
Nachdem der Markt für Solaranlagen in Spanien, mit dem das Unternehmen einen Großteil seiner Gewinne machen konnte, nun fast zum Erliegen gekommen ist, sei man auf der Suche nach neuen Märkten. Diese könnten unter anderem die Benelux-Staaten, Frankreich, Tschechien oder die USA sein. Neben Spanien beliefert Phoenix Solar bis dato Italien, Griechenland, Singapur und Australien mit Solaranlagen oder betreut deren Aufbau und Führung.
Geld verdienen mit der Vermietung des eigenen Daches für Solaranlagen
Wer würde das nicht gern - in einem Haus wohnen und dafür Geld bekommen? Für diejenigen, die ihr Haus nicht an Fremde vermieten wollen, besteht dazu kaum die Möglichkeit. Doch Not macht offensichtlich erfinderisch. Denn Hausbesitzer können nun ihre Dächer an Solaranlagenanlegenbetreiber vermieten. Die Vorteile liegen für beide Seiten auf der Hand: Der Betreiber bekommt einen Platz für seine langfristige Einnahmequelle und sichert so dem Hausbesitzer wiederum eine langfistige Einnahme aus der Miete. Auf diese Weise können Hausbesitzer ihre Haushaltskasse aufbessern und Unternehmer das Dach ihres Firmengebäudes gewinnbringend nutzen. Viele Solaranlagenbetreiber übernehmen sogar die notwendige Dachsanierung, wenn ein langfristiger Vertrag geschlossen wird.
Doch nicht nur finanziell lohnt sich die Vermietung des Daches. Der Hausbesitzer leistet außerdem einen Beitrag zum Klimaschutz, wenn er eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach errichten lässt. Und er kann diesen Beitrag leisten, ohne selbst investieren zu müssen. Die Vermietung ist so für ihn ohne Risiko. Nach Ablauf des Mietvertrages ist der Solaranlagenbesitzer verpflichtet, alles wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. Da eine Anlage zur Erzeugung von Solarstrom geräuschfrei und fast wartungsfrei ist, bekommt der Vermieter auch während der Laufzeit des Vertrages nicht viel davon mit.
Für die Vermietung eines Daches ist jedoch die geeignete Lage entscheidend. Idealerweise sollte das Dach nach Süden ausgerichtet sein und weist einen Neigungswinkel zwischen 15 und 35 grad auf. Das sind allerdings die Idealvorstellungen, auch, wenn diese nicht zutreffen ist die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage oft möglich. In der Nähe sollte es allerdings einen Einspeisepunkt geben des örtlichen Energieversorgers geben, damit der erzeugte Strom mit wenig Aufwand ans Netz abgegeben werden kann.
Für auf den Betrieb von Solaranlagen spezialisierte Firmen ist die Anmietung geeigneter Dachflächen besonders wichtig. Gerade diese Anlagen werden nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz besonders gefördert. Für die Betreiber ist es kostengünstiger, ein Dach zu mieten als eine freie Feldfläche zu finden.
Doch wie kommen nun Hausbesitzer und Photovoltaikbetreiber am schnellsten zusammen? Auf der Internetseite des Solaranlagen-Portals gibt es eine Dachflächen-Börse. Wer sein Dach vermieten möchte, kann ein Angebot einstellen und darin die wichtigsten Daten wie Größe und bauliche Beschaffenheit des Daches angeben. Auch konkrete Preisvorstellungen können eingegeben werden, doch in der Regel sind diese Verhandlungssache. Solaranlagenbetreiber können eine Mindestfläche angeben, die genutzt werden soll. Hilfreich ist es, wenn die gewünschten Eigenschaften des Daches möglichst konkret genannt werden. Nach einer Registrierung auf der Seite sind sowohl Gesuche als auch Angebote kostenlos.
Umweltministerium, KfW und Münchener Rück verringern Risiko bei Tiefenbohrungen
Ab sofort starten das Bundesumweltministerium, die KfW Bankengruppe und die Münchener Rück ein neues Kreditprogramm zum Ausbau der Geothermie in Deutschland. Gemeinsam stellen sie 60 Millionen Euro zur Finanzierung von geothermalen Tiefenbohrungen zur Verfügung.  Mit Hilfe des Programmes soll insbesondere das Fündigkeitsrisiko der Projekte gefördert werden. Wegen des Risikos, in der Tiefe nicht fündig zu werden, besteht in den hohen Bohrkosten das größte Investitionshemmnis für Tiefengeothermie-Projekte. Denn für die kommerzielle Nutzung der Tiefenerdwärme zur Wärme- und/oder Stromgewinnung ist es besonders wichtig, dass im Untergrund ausreichende Mengen an heißem Wasser zu finden sind. Es geht pro Projekt um rund zehn Millionen Euro oder sogar mehr. Dieses Risiko will das Programm abfedern.
Über Geschäftsbanken wird die KfW Darlehen für Tiefengeothermiebohrungen gewähren. Maximal 80 Prozent der förderfähigen Kosten können so finanziert werden. Mit dem Zeitpunkt der Feststellung der Nicht-Fündigkeit ist der Investor von der Rückzahlung des Restdarlehens freigestellt. Im Vorfeld der Darlehensvergabe wird das Fündigkeitsrisiko der jeweiligen Tiefengeothermieprojekte festgestellt und so die Förderwürdigkeit überprüft.
Neben den üblichen Darlehenszinsen enthalten die Förderdarlehen einen “Risikoaufschlag” für das Fündigkeitsrisiko. Außerdem fallen bei Antragstellung und Abschluss des Darlehensvertrages einmalige Gebühren an. Der Investor erhält im Gegenzug eine fachkundige Überprüfung und Begleitung seines Tiefengeothermieprojektes vor und während der Bohrphase.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel betonte, dass die Tiefengeothermie große Chancen für eine klimafreundliche und wirtschaftliche Energieversorgung biete. Mit einer stärkeren Förderung von Geothermieanlagen im Martanreizprogramm und der seit dem 1. Januar geltenden EEG-Novelle wären die Rahmenbedingungen für diese Technologie nochmals verbessert worden. Das neue Kreditprogramm sorge dafür, dass die Risiken für Anlagenbetreiber weiter verringert würden. Auch sei die Kooperation ein gutes Beispiel dafür, wie Politik und Unternehmen beim Klimaschutz angesichts der großen wirtschaftlichen Chancen auch in Zeiten der Finanzkrise an einem Strang ziehen könnten.
Wolfgang Kroh, Mitglied des Vorstandes der KfW Bankengruppe bekräftigte, dass die Bank dem Grundsatz der Nachhaltigkeit verpflichtet sei. Die Erschließung der heimischen erneuerbaren Energiequelle Tiefengeothermie sei aus Gründen des Klimaschutzes und einer nachhaltigen Energieversorgung wichtig und stelle einen weiteren Baustein im Kanon der breit gefächerten in- und ausländischen Förderaktivitäten für den Klimaschutz dar.
Thomas Bunck, Vorstandsmitglied der Münchener Rück, sagte, dass die Zusammenarbeit als Anschub gedacht sei, um die Finanzierung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien zu erleichtern. “Wir sehen den Klimawandel nicht nur als Risiko, sondern auch als Chance, da bei konsequentem Klimaschutz neue Technologien wie etwa die Energieerzeugung aus erneuerbaren Ressourcen enorme Wachstumspotenziale haben.” Mit der Expertise der Versicherung könne sie wesentlich dazu beitragen, die vielfach sehr speziellen Unsicherheitsfaktoren abzumildern, so auch im Bereich der Fündigkeitsversicherung für Tiefengeothermiebohrungen. Dabei komme der Überprüfung des Fündigkeitsrisikos durch die Münchener Rück im Vorfeld der Vergabe eine wesentliche Bedeutung zu. Denn die Anzahl der förderbaren Geothermieprojekte hänge entscheidend davon ab, wie erfolgreich diese seien.
Nach menschlichem Ermessen bietet die Erdwärme ein unerschöpfliches Energiereservoir. Als besonders geeignete Regionen für Tiefengeothermieprojekte gelten in Deutschland das Molassebecken südlich von München, der Oberrheingraben und die norddeutsche Tiefebene. In Unterhaching bei München wurde mit Unterstützung der öffentlichen Hand das bislang größte deutsche Geothermie-Kraftwerk mit einer Strom- und Wärmeleistung von 38 Megawatt errichtet. An diesem Projekt war die Münchener Rück mit der ersten Fündigkeitsversicherung überhaupt beteiligt.
Erster Bundesländervergleich Erneuerbare Energien: Brandenburg ist Spitzenreiter
Zum ersten Mal haben das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien Anstrengungen und Erfolge der 16 deutschen Bundesländer in 49 ausgewählten Bereichen untersucht.
Mit der Studie „Best Practice für den Ausbau Erneuerbarer Energien“ gibt es nun den ersten umfassenden Bundesländervergleich von politischen Rahmenbedingungen, Wirtschaftseffekten sowie von Anteilen und Zubaudynamik Erneuerbarer Energien. Sie identifiziert die Vorreiter und Schlusslichter beim Strukturwandel hin zur klimafreundlichen Energieversorgung der Zukunft.
Spitzenreiter im Bundesvergleich sind Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt. Absolutes Schlusslicht ist das Saarland. Ebenfalls auf den letzten Plätzen befinden sich Hessen, Nordrhein-Westfalen sowie sie Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Im Ost-West-Vergleich schnitten die neuen Bundesländer geringfügig besser ab als die alten. Eine interaktive Bundesländerkarte zu den Ergebnissen findet sich hier.
“Frühlingsbonus” für Photovoltaik-Anlagen
Gerade heute, in Zeiten von Wirtschafts- und Finanzkrise, stellt die Investition in sauberen Solarstrom eine sichere und rentable Einkommensquelle für Hausbesitzer dar. Seit Januar gilt in Deutschland das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), welches dem privaten Betreiber einer handelsüblichen Solarstromanlage über 20 Jahre einen festen Einspeisetarif garantiert, wenn er den selbst produzierten Strom ins öffentliche Netz einspeist.
In diesem Jahr bekommt ein Anlagenbetreiber für seinen Solarstrom 43 Cent pro selbst produzierter Kilowattstunde Solarstrom. So kann über die Laufzeit von 20 Jahren eine Betreiberrendite von sechs Prozent erreicht werden. Abhängig von Anlagenart und Standort kann sich die Anschaffung bereits nach 14 Jahren komplett rentiert haben. Die zu erwartenden Solarerträge lassen sich übrigens mit einer Simulationssoftware sehr genau im Voraus berechnen. So lässt sich das Betreiberrisiko auf ein Minimum reduzieren.
Zudem ist in diesem Jahr ein Frühlingsbonus möglich. Wer im März mit einer neuen Anlage ans Netz geht, kann die restlichen neun Monate von 2009 abrechnen. Denn zu den 20 Jahren Vergütung wird die Restzeit des Jahres der Inbetriebnahme zusätzlich vergütet. Außerdem sind die Preise für die Anlagen zum Jahresbeginn gesunken.
Darum rät Sebastian Fasbender vom Bundesverband Solarwirtschaft Interessenten jetzt zum Einstieg in die eigene Stromerzeugung. Wer im Angesicht der Finanzkrise nach einer sicheren Geldanlage suche, sei mit Solarstrom auf der richtigen Seite. Zudem bedeute eine eigene Solarstromanlage aktiven Klimaschutz und jeder Verbraucher habe es selbst in der Hand, dass die Zukunft der deutschen Energieversorgung erneuerbar sei, so Fasbender.
Über das attraktive Förderprogramm “Erneuerbare Energien” der KfW-Förderbank wird die Anschaffung einer Solarstromanlage erleichtert. Dieses Programm gewährt zinsvergünstigte Darlehen in Höhe von bis zu 100 Prozent netto der nachgewiesenen Investitionskosten und kann auch direkt über die Hausbank in Anspruch genommen werden.
Rund eine halbe Million Solarstromanlagen tragen in Deutschland derzeit zur klimafreundlichen Stromerzeugung bei. Bis zum Jahr 2020 ist eine Abdeckung des Strombedarfs durch Photovoltaik bis zu sieben Prozent durchaus denkbar.
Niedersachsen beschließt Positionspapier zum Klimaschutz
Das niedersächsische Kabinett hat am Dienstag das Positionspapier zum Klimaschutz in Niedersachsen verabschiedet. Umweltminister Hans-Heinrich Sander sagte hierzu, dass das ressortübergreifende Positionspapier als weiteren Baustein der niedersächsischen Klimaschutzstrategie eine Vielzahl von Handlungsansätzen für Klimaschutzmaßnahmen enthalte, die in die Zuständigkeit des Landes fielen. “Neben einer Standortbestimmung wollen wir damit auch einen Impuls für die praxisorientierte Arbeit der Regierungskommission Klimaschutz geben”, so Sander.
Mit dem Motto ”Der Klimawandel als Herausforderung für Staat und Gesellschaft” stellen sich zehn zentrale Handlungsfelder dar: die Erneuerbaren Energien, die Kraft-Wärme-Kopplung, die Stromwirtschaft, Bauen und Wohnen, Verkehr und Siedlungsentwicklung, Industrie und Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft, die Bildung, das Öffentliche Bauwesen und die Forschung sowie die Innovation. “Die Landesregierung steht für einen Klimaschutz im Dialog mit den gesellschaftlichen Gruppen”, betonte Sander. Darum enthalte das Positionspapier Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den Kommunen, Handwerkskammern und Energieversorgern zur Förderung weiterer Potentiale zur Nutzung erneuerbarer Energien und der Kraft-Wärmekopplung.
Zudem beziehen sich weitere Initiativen auf die Förderung der energetischen Sanierung Liegenschaften der Kommunen durch Landesmittel in Höhe von 27 Millionen Euro für 2009 sowie EFRE-Mittel in Höhe von 12 Millionen Euro bis 2013. Auch hier liegen die Schwertpunkte auf der Forschung und Entwicklung, so unter anderem mit dem Beginn verschiedener Forschungsnetzwerke in den Bereichen Energie- und Klimaschutz sowie der Verlängerung der Landesinitiative Brennstoffzelle mit einer Erweiterung auf die Batterietechnologie.
Als eine wichtige Aufgabe in der Zukunft bezeichnete Sander die Erhöhung der Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe: “Hier gibt es allerdings keine Patentrezepte.” Deswegen habe das Land gemeinsam mit der Wirtschaft eine Initiative ins Leben gerufen, um Unternehmer bei der Identifizierung und Umsetzung konkreter Maßnahmen zu unterstützen. Die so entstandene Initiative “Transferzentren Energieeffizienz” ist zunächst für zwei Jahre vorgesehen und wird mit rund 350.000 Euro vom Land.
